Spaß haben, beim Scooter fahren
Seit etlichen Jahren sind Motorroller von der Bildfläche Italiens nicht wegzudenken. Millionen schwirren wie Hornissen über die Straßen. Seinerzeit war der meistgefahrene Motorroller eine Vespa mit 150 ccm. Die Vespa ist auch heute noch aktuell, nur die Zeiten haben sich geändert. In den letzten Jahren begann ein Run von Motorrollern japanischer und koreanischer Marken, wie es in den 70ger Jahren mit Autos aus dem Land der aufgehenden Sonne begann.Was hat sich geändert?
Die Hubraumklassen haben sich als erstes geändert, danach folgte eine andere Einstufung der Führerscheinklassen für Zweiräder. Die Roller wurden immer peppiger und die Motorisierung begann bei 50 ccm und 45 km /h. Das ist natürlich nicht das non plus ultra an Geschwindigkeit für die jungen Leute. Schnell hatte man in Fernost die Situation erkannt, dass ein normaler 50ccm Roller bei den jungen Leute nicht die Wurst vom Teller zieht.
Fortan begann man die Motorroller aufzupeppen. Das geschah nicht etwa mit einer neuen Lampe. Ein ganz neuer Roller entstand, mit einer ganz anderen sportlichen Optik als der normale Roller. Dicke Reifen, lange Federbeine, doppelte Scheinwerfer in der Verkleidung, statt am Lenker, verbunden mit einem rustikalen Fahrwerk, sieht der entstandene „Scooter“ eher aus wie ein Jeep auf zwei Rädern.
Was ist der Unterschied zwischen einem Scooter und einem Roller?
Junge Leute mit 16 Jahren möchten nicht nur auf der Straße beweglich sein. Sie möchten etwas unter dem Hintern haben, was einfach cool aussieht und nicht so spießig, wie Mamas Einkaufsroller.
Warum dann noch ein Scootertuning?
Egal wie der Scooter aussieht, es gibt dennoch in den Scooter- Shops sehr viele Scooterteile zum Aufrüsten. Jeder Jugendliche möchte den optisch besten Scooter besitzen. Das können Chrombügel sein, Zierkappen, ein anderer Auspuff, andere Spiegel, um nur einige zu nennen.
Vielen jungen Leuten genügt aber ein optisches Scooter- Tuning nicht, sie wollen mehr, obwohl es nicht zulässig ist. Mit 16 Jahren erhält der Scooterfahrer den Führerschein A, mit diesem ist nicht mehr als 50 ccm und 45 km/h drin. Wer seinem Zweirad einem Scooter- Tuning unterzieht, um ihn zu mehr Leistung anzuspornen, verliert automatisch den Führerschein und die Betriebserlaubnis erlischt, da es sich dann nicht mehr um den in der Betriebserlaubnis festgeschriebenen Scooter handelt.
Seit kurzem wird auch Moped Tuning beliebt, wie zum Beispiel das Tunen von einem modernen Derbi Moped.
Was passiert mit einem Scootertuning bei dem Roller?
Es gibt zwei Arten von Tuning, eine einfache Veränderung durch einen Sportauspuff, inklusive Krümmer und eine leichte Veränderung an der Variomatik. Die Drosselung sitzt bei den 50 ccm Scootern vielfach im Krümmer, entfernt man die Drosselung und ändert gleichzeitig den Auspuff, kann dieser mehr Abgase freisetzen. Entfernt man noch die Distanzscheibe an der Variomatik, bringt diese Änderung ungefähr 65 km/h, was ja schon nicht so langsam ist. Möchte der Scooter- Freak jedoch der schnellste in seiner Straße sein, kommt nur noch ein Kompletttuning in Frage.
Wie sieht so ein Kompletttuning bei einem Scooter aus?
Dieses Tuning setzt schon einmal ein fachliches Wissen voraus. Das sollte nicht schwer sein, denn unter den jungen Leuten befinden sich genug Technik- Freaks. Hier findet quasi am Scooter im Bereich des Motors ein Komplettumbau statt. Statt des 50ccm Zylinders kommt ein 70 ccm Zylinder mit geschmiedeter Kurbelwelle, geändertem Vergaser und der Sportauspuff wird durch einen Racingauspuff ersetzt. Die Übersetzung zu ändern in einer längeren Übersetzung, bestimmt die Power an der Ampel. Entweder soll der Start wesentlich verbessert werden oder die Endgeschwindigkeit. Nach einem solchen Scootertuning liegt die Endgeschwindigkeit leicht bei 120 km /h und mehr. Wem das immer noch nicht reicht, für den haben die Scootertuning- Shops noch ein Ass im Ärmel.
Die zusätzliche Alternative heißt Lachgas
Zum Scooter- Tuning kann anschließend noch eine Lachgaseinspritzanlage in den Scooter installiert werden. Auf Knopfdruck setzt das zwischen Motor und Vergaser eingebaute Lachgaskit, ein wenig von dem Gas frei und beschleunigt den Scooter wie eine Rakete. An der Ampel denkt jeder, sein Motor ist stehen geblieben. Der Spaß hat allerdings auch seinen Preis, denn die Anlage kostet ohne Montage rund 700 Euro und die Lebensdauer des Scooters beschränkt sich auf gut einem Jahr. Das allerdings wird ein sehr spaßiges Jahr, wenn alles gut geht und sich von hinten nicht ein Auto mit der bekannten Aufschrift nähert.
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