• Wein - Ein edler Genuss

    Wein - Ein edler Genuss

    In vino veritas! Aus dieser alten lateinischen Weisheit, die wörtlich übersetzt "Im Wein liegt die Wahrheit" bedeutet, wird deutlich, dass sich die Geschichte des Weines über mehrere Jahrtausende hinweg zurückverfolgen lässt. Genauer gesagt wurde schon im 6. Jahrhundert vor Christus in Vorderasien Weinbau betrieben. Im alten Ägypten schließlich breitete sich die Bedeutung des Weines erheblich aus. Vor allem wegen seiner Rauschwirkung war der Wein damals Hauptbestandteil kultureller Riten. Im alten Griechenland wurden Feste gefeiert und sogar ein Gott des Weines verehrt: Dionysos. In Rom hieß dieser Gott Bacchus. Auch die Bibel macht vom Wein symbolischen Gebrauch, so wird das Volk Israel mit einem Weinberg verglichen. Bis heute wird Wein als Teil des Heiligen Abendmahls in der Katholischen Kirche mit dem Blut Christi gleichgesetzt.

    Wein ist in vielen Ländern mit das beliebteste alkoholische Getränk. Besonders in Frankreich, Italien oder Spanien gehört ein gutes Glas Wein einfach zu jedem Essen dazu. In diesen drei Ländern werden auch die meisten Weine hergestellt und weltweit exportiert. Frankreich steht hierbei auf Platz eins mit einer Anbaufläche von 889.000 Hektar. Deutschland steht auf der Rangliste nur auf Platz 8. Die bekanntesten Weinanbaugebiete in Deutschland sind Mosel und Rhein. Der Wein wird aus dem vergorenen Saft der Weinbeeren hergestellt, welche sich traubenartig am Weinstock befinden. Die natürlichen Inhaltsstoffe der Beeren ermöglichen eine alkoholische Gärung ohne Zusatz von Zucker, Säure oder Enzymen. Jeder Wein verfügt über folgende Inhaltsstoffe: Zucker und Säure (diese sind im Saft der Traube vorhanden, wobei der Zucker in Alkohol umgewandelt wird - je nachdem, wieviel Restzucker übrigbleibt, erhält man einen trockenen oder lieblichen Wein). Die sogenannten Tannine (Gerbstoffe) haben konservierende Eigenschaften und machen den Wein so haltbar. Sie befinden sich in der Schale, den Stielen und den Kernen der Traube und verursachen einen bitteren Geschmack im Mund. In Weißwein sind keine nennenswerten Tanninanteile vorhanden. Weiterhin muß Wein natürlich Alkohol enthalten; laut EU-Gesetzgebung mindestens einen Anteil von 8,5 Volumenprozent.

    Wein entsteht durch Gärung der auf den Trauben befindlichen Hefeanteile mit dem Zucker der Trauben. Als Endprodukt ensteht so Alkohol und Kohlenstoffdioxid.

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    Der weltweit beliebteste Wein ist der Rotwein. Er unterscheidet sich vom Weißwein und Rosé durch seinen Herstellungsprozess. Die bekanntesten Rebsorten sind hier der Cabernet Sauvignon und der Merlot sowie der Spätburgunder. Rotwein wird immer aus blauen Rebsorten hergestellt. Dabei durchläuft der Rotwein die verschiedenen Produktionsschritte Maischen, Gären (traditionell in Eichenfässern) und Kältern. Im Unterschied zur Weißweinherstellung werden hier nach dem Quetschen der Trauben die Schalen nicht vom Most getrennt, sondern lagern noch bis zu einem Monat in der Maische, was dem Wein seine rote Farbe einbringt. Entfernt man die Schalen schon vorher, entsteht der Roséwein. Nach einer Lagerdauer von 3 - 8 Monaten im Fass kann der Rotwein schließlich in Flaschen abgefüllt werden. Rotwein in Maßen genossen soll einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System haben. Im Winter wird der Rotwein unter Zugabe von bestimmten Gewürzen zum beliebten Weihnachtsmarkt-Getränk Glühwein, Punsch oder Feuerzangenbowle. Diesen heissen Genuss sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen. Auch beim Kochen wird der Rotwein als Zutat immer beliebter, so können zum Beispiel leckere Saucen hergestellt werden. Geniessen sollten Sie den Rotwein als Getränk hauptsächlich zu Fleichgerichten oder Eintöpfen.

    Im Gegensatz zum Rotwein wird der Weißwein aus weißen Weintrauben hergestellt. Riesling und Chardonnay sowie Weiß- und Grauburgunder sind hier die bekanntesten Rebsorten. Bei der Weißweinherstellung vergärt der Traubensaft ohne die Beerenhaut, aus diesem Grund auch die helle Farbe des Weines.

    Roséweine wiederum sind hellfarbige Weine, die aus blauen oder roten Trauben hergestellt werden. Dabei gibt es verschiedene Herstellungsverfahren: Für sehr helle Roséweine werden blaue Trauben unzerkleinert gekeltert, abgepresst und wie Weißwein ohne Schalen vergoren. Werden die blauen Trauben erst nach zwei bis drei Tagen aus der Maische abgepresst, entsteht ein Roséwein mit deutlich roter Farbgebung. Das allgemein übliche Verfahren zur Herstellung von Roséschaumwein ist die Mischung von Weißwein mit 10 - 20% Rotwein.

    Das deutsche Weingesetz schreibt dem Weinhandel & Weinversand verschiedene Qualitätsstufen für Weine vor. So muss ein Tafelwein über mindestens 8,5 Volumenprozent Alkohol verfügen. Der Landwein ist ein gehobener Tafelwein mit meist gebietstypischem Charakter. Prädikatswein muß ein bestimmtes vorgeschriebenes Mostgewicht besitzen, hier unterscheidet man die Prädikate Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese und Trockenbeerenauslese.

    Bei der Herstellung vom beliebten Eiswein müssen die Beeren bei der Lese gefroren sein. Für den Eiswein chararkteristisch ist eine frische Säure.

    Wein sollten Sie aus einem speziellen Rot- oder Weißweinglas geniessen. Die Auswahl der richtigen Glasform ist für die volle Entfaltung der Weinaromen von entscheidender Bedeutung. Auch die Trinktemperatur sollte unbedingt beachtet werden: Weißwein wird eher kühl bei 8 bis 12°C serviert, während Rotwein etwas wärmer (ca. 16 bis 18°C) getrunken wird.
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