Diktiergeräte: Unverzichtbare Helfer für das moderne Büro
Ein Diktiergerät ist ein Gerät zur Aufnahme und Wiedergabe von Sprache. Dem Benutzer wird hiermit die Möglichkeit geboten, die Aufnahme zu einem späteren Zeitpunkt weiter zu verarbeiten oder verarbeiten zu lassen, etwa von einer bezahlten Schreibkraft.Es gibt zahlreiche Berufsgruppen, für die die Verwendung von Diktiergeräten beinahe unverzichtbar ist. So können etwa Ärzte während des Hausbesuchs bei einem Patienten Auffälligkeiten und Untersuchungsergebnisse schnell und direkt speichern und dies später von der Sprechstundenhilfe in eine schriftliche Form übertragen lassen. Gleiches gilt für Anwälte, die ihre Klienten unter Umständen nicht in der eigenen Anwaltspraxis empfangen können, da diese sich in Untersuchungshaft befinden. Auch Menschen, die von kreativen Einfällen leben wie etwa Journalisten, Schriftsteller, Grafiker oder Werbetexter sind auf den Einsatz eines Diktiergerätes angewiesen, da besondere Formulierungen oder griffige Überschriften den Betroffenen oft während eines Spaziergangs oder in einem besonders angenehmen Ambiente einfallen. Der Prozess des Formulierens kann so von der Notwendigkeit der schriftlichen Abfassung abgekoppelt werden.
Der Ursprung der Diktiergeräte geht auf den berühmten amerikanischen Erfinder Thomas Alva Edison zurück. Bis Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde ein Ediphone vertrieben. Diese Geräte waren im Vergleich mit heutigen digitalen Diktiergeräten noch sehr voluminös, schwer und unhandlich, doch zeigten sie bereits die revolutionären Möglichkeiten dieser Technologie für den betrieblichen Ablauf in den Chefetagen, war es doch nicht mehr notwendig, ständig in Anwesenheit von Personal diktieren und damit auch Entscheidungen treffen zu müssen. Die Entscheidungsträger konnten so etwa die Pausen zwischen zwei Terminen zum Diktat nutzen und steigerten somit ihre Effizienz.
Die damaligen Diktiergeräte arbeiteten mit analoger Technik. Analoge Diktiergeräte dominierten noch bis vor relativ kurzer Zeit den Markt, werden jedoch inzwischen von digitalen Dikitiergeräten abgelöst.
Dia analogen Diktiergeräte wurden etwa durch den Einsatz von Mikrokassetten immer kleiner und handlicher, litten aber immer unter einer relativ geringen Frequenzbandbreite und waren daher etwa für Aufzeichnungen von Musik nie geeignet. Heute spielen analoge Diktiergeräte zwar noch eine gewisse Rolle, da sie von ihren Inhabern mitunter noch verwendet werden, allerdings werden solche Geräte fast nicht mehr neu gekauft und produziert.
Heutzutage ist das digitale Diktiergerät seinen analogen Vorläufern weit überlegen: Die Sprachdaten werden durch ein Kompressionsverfahren auf einem digitalen Datenspeicher aufgezeichnet. Damit ist beispielsweise ein beliebig häufiges Abspielen der Aufzeichnung möglich, was durch die begrenzte Nutzbarkeit der Kassetten bei analogen Diktiergeräten nicht zu bewerkstelligen war, da man stets mit einem Schaden am Tonträger rechnen musste. Zudem nimmt die Archivierung der Daten auf einem Rechner weit weniger Platz und Zeit zur Archivpflege in Anspruch.
Die immer weiter verbesserte Technik der Spracherkennung durch den PC macht es teilweise sogar schon überflüssig, den Text überhaupt noch abtippen zu müssen.
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Digitale Diktiergeräte unterscheiden sich mitunter sehr stark im Preis und daher auch in den gebotenen Leistungen. So werden im Bereich der Speichertechnik bei günstigeren Geräten in der Regel Speicher verwendet, die innerhalb des Geräts integriert sind. Höher wertige digitale Diktiergeräte dagegen nutzen externe Speicherkarten, die über eine weitaus höhere Speicherkapazität verfügen. Darüber hinaus gibt es Geräte, die eine Mini Disc als Speicher verwenden, diese sind allerdings selten, da sie teuer sind und kaum jemand den riesigen Speicherplatz benötigt, der auf diese Weise geboten wird.
Auch die Verarbeitung der Sprechdaten kann auf unterschiedliche Weise erfolgen: In hochwertigen digitalen Diktiergeräten kommen moderne Verfahren wie das DSS zum Einsatz, während "herkömmliche" Geräte sogenannte proprietäre Audiocodes verwenden.
Die Funktionen, die ein digitales Diktiergerät bietet, sind bei modernen Geräten höchst umfangreich: Etwa werden die Aufnahmen mit einem Datums- und Zeitstempel versehen, was eine einfache und leistungsstarke Verwaltung der Aufnahmen ermöglicht. Passagen des Textes können auch übersprochen werden, was bei analogen Diktiergeräten nur sehr schwer möglich war.
Hohe Anforderungen werden heute auch an die Bedienerfreundlichkeit der digitalen Diktiergeräte und die Haltbarkeit der Funktionstasten gestellt: Professionelle Nutzer bedienen das Gerät womöglich hunderte vonMalen an einem Arbeitstag. Zu diesem Zweck ist es wichtig, dass die Funktionstasten robust und leicht zu bedienen sind. Mit Schiebeschaltern werden hier hervorragende Resultate erzielt. Auch die Gehäuseform muss bei häufig genutzten Geräten ergonomischen Gesichtspunkten genügen; dazu sollte die Geräte möglichst leicht sein, was durch die genutzten Materialien gewährleistet wird.
Die Möglichkeit der elektronischen Weiterverarbeitung der gewonnenen Sprachdaten ist für moderne digitale Diktiergeräte unverzichtbar. Zu diesem Zweck verfügt beinahe jedes Gerät, das sich heute auf dem Markt befindet, über eine Schnittstelle zum PC, auf dem die Daten dann gespeichert und verarbeitet werden können. Häufig werden die Daten dann mit einer Software zur Spracherkennung verbunden.
Diktiergeräte haben große Erleichterungen in den Arbeitsablauf verschiedenster Berufsgruppen gebracht und finden auch privat Verwendung. Die sich ständig erweiternden Möglichkeiten digitaler Diktiergeräte und die oft erstaunlich günstigen Preise für sehr leistungsfähige Geräte lassen den Schluss zu, dass das Diktiergerät auch weiterhin ein ständiger Begleiter vieler Menschen bleiben wird.

