Geschwindigkeit ist Trumpf: Welche Möglichkeiten bietet Google AMP für Marketer?

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In vielen Ländern der Welt werden Suchanfragen bei Google eher über Mobile-Geräte als über den Desktop gestellt. Das hat Google bereits im Mai 2015 in einem AdWords-Blog-Artikel berichtet. Dass sich dies auch auf den E-Commerce auswirkt, mag nur wenige überraschen. Aktuelle Daten belegen, dass der M-Commerce rasant wächst. In diesem Zusammenhang sollten Werbetreibende auch Google Accelerated Mobile Pages (AMP) genauer unter die Lupe nehmen. Hier schlummern attraktive Potenziale.

Was ist AMP?

Hinter dem Begriff AMP versteckt sich in gewisser Weise Googles Antwort auf Facebooks Instant Articles. Das Projekt, das im Februar 2016 gelauncht wurde, hat das Ziel, dass mobile Webseiten noch schneller geladen werden. AMP basiert auf einer reduzierten Version des Mobile Webs und einer speziellen HTML-Form. Um die Ladegeschwindigkeit zu erhöhen, wird auf sämtlichen „Schnickschnack“ verzichtet. Auf den Seiten bleiben lediglich Text, Bilder, Videos und Anzeigen übrig. Javascript oder Kommentarsektionen auf der Seite werden beispielswiese nicht berücksichtigt.

Jim Yu von searchenginewatch hat die wichtigsten Regeln zusammengefasst

  • AMP HTML begrenzt die Auswahl der Styles und Tags
  • AMP .JS lädt externe Quellen nicht gleichzeitig und stoppt externe Skripte, die das Rendering von Seiten blockieren
  • AMP CDN ist ein optionales „Content Delivering Network“, das AMP-Seiten im Cache speichert und sie so leichter und schneller wieder zugänglich macht.

Betrachtet man die Tatsache, dass die Drop-off-Rate bei Seiten, die zehn Sekunden oder mehr zum Laden benötigen, bei 58 Prozent liegt, wird schnell klar, welche Möglichkeiten AMP bieten kann. Denn die Ladegeschwindigkeit lässt sich mit AMP um 15 bis 85 Prozent erhöhen. Quelle: https://www.ampproject.org/how-it-works/

Die Vorteile schnell ladender Seiten

Zwar werden AMP-Seiten noch nicht offiziell von Google beim Ranking bevorzugt. Aber da die Ladegeschwindigkeit durchaus ein Ranking-Faktor ist, ist es sinnvoll, via AMP Seiten zu erstellen. Je mehr AMP-Seiten es im Netz gibt, desto eher wird sich der Nutzer daran gewöhnen – und langsam ladende Seiten in der Folge verstärkt ignorieren.

Wer von AMP trotzdem lieber die Finger lassen möchte, sollte zumindest seine bestehenden Mobile-Seiten so optimieren, dass die Ladegeschwindigkeit kaum beeinträchtigt wird. Cookies, große Bilder, aufwendige Grafiken – bei diesen Faktoren lohnt es sich, zu prüfen, ob die Seite auch ohne sie auskommt.

Wer auf Seiteninhalte verzichten muss, dem bietet sich auch eine große Chance: Er kann seinen Content auf das Wesentliche ausrichten. Wer dem Nutzer gleich das bietet, wonach dieser sucht, dürfte die Belohnung auch in Form eines guten Rankings bekommen.

Display-Ads nutzen

Interessant ist auch, was Jim Yu in diesem Zusammenhang zu Display-Anzeigen schreibt. Seinen Erläuterungen zufolge wird sich aufgrund der Tatsache, dass sich die Ladegeschwindigkeit erhöht, auch das Nutzerverhalten ändern – und zwar dergestalt, dass die Nutzer mehr Seiten aufrufen. Und dies sollte Werbetreibende dazu veranlassen, auch mehr Display-Anzeigen zu schalten. Zu beachten ist dabei u. a.:

  • dass sie so schnell laden wie die AMP-Seiten
  • dass sie qualitativ hochwertig sind und Nutzer sie gern betrachten
  • und dass sie sicher sind, dass also HTTPS genutzt wird

Ob Unternehmen nun AMP nutzen möchten oder nicht: Wichtig ist es in jedem Fall, die Ladegeschwindigkeit der Seite(n) zu prüfen und bei Bedarf zu erhöhen. Das ist nicht nur nutzerfreundlich, sondern wirkt sich höchstwahrscheinlich auch auf das Ranking aus.