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Alt 06.02.2009, 17:19   #1
eren
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Schluss mit dem virtuellen Shoppingwahn?

Jahrelang erfreuten sich die Online-Shops deutlich steigender Absatzzahlen. Die Hoffnungen manifestierten sich, dass der eCommerce auf lange Sicht den Einzelhandel als Markführer würde ablösen können. Doch nun offenbaren aktuelle Erhebungen, dass Online-Shops bei den meisten Verbrauchern eher saisonal gefragt sind und vielfach nur als Notlösung genutzt werden. Eben dann, wenn die Zeit für den realen Einkaufsbummel fehlt. Die erwünschten Umsatzsteigerungen bleiben beim eCommerce seit einiger Zeit leider aus. Wirtschaftliche Fehlanzeige und ein Grund zum Trübsal blasen müssen diese Fakten für die Betreiber von Online-Shops dennoch nicht sein.

Denn obwohl die Entwicklungen nicht weiter auf dem Höhenflug sind, so ist der Level, auf dem sich der Online-Handel eingependelt hat, inzwischen erfreulich hoch. Begründen kann man dies unter anderem damit, dass es verschiedene Verkaufs-Kategorien von Produkten und Waren gibt, die ohne den Online-Handel kaum abgewickelt werden könnten. Und so steckt sich die Zunft der Internet-Aktiven für den eCommerce für die kommenden Jahre hohe Ziele. Sollten sich die optimistischen Werte der Experten – etwa des Unternehmens Forrester – bewahrheiten, könnte der Online-Handel in verschiedenen Bereichen schon im Jahr 2012 Marktanteile zwischen 25 und 55 % erreichen.

Aus der Aufschlüsselung der einzelnen Bereiche in der aktuellen Forrester-Erhebung ergibt sich, dass insbesondere der Sektor Computertechnologie (Hardware, Software sowie Zubehör aller Art) zu gut 55 % Umsätze via Internet erzielen wird. Erwartungsgemäß werden zudem die schon jetzt gut aufgestellten Bereiche Ticket-Verkauf sowie Geschenkartikel und -Gutscheine ebenfalls mit 43 bzw. 35 % einen erheblichen Zuwachs verzeichnen.

Musik- und Video-Formate sollen ebenfalls zu mehr als einem Drittel im Internet die Umsätze für die Anbieter sichern. Mit 32 % können die Bereich Spielwaren und Videospiele in den kommenden Jahren vertreten sein, während es die Produkte für den Nachwuchs auf 30 % bringen sollen. In den Produktgruppen Consumer Electronics und dem beliebten Buchgeschäft der bekannten großen Portale sollen die Umsätze zu 29 respektive 28 % durch eCommerce-Angebote erzielt werden.

Um sich ein Bild der Experten-Erwartungen beim eCommerce machen zu können, ist der US-Markt ein gutes Beispiel. Pro Jahr beträgt die Wachstumsrate im Einzelhandel dort gut 2,6% - Online-Shops können sich auf ein jährliches Plus von etwa 14 % einstellen. Ein klares Zeichen, welchen Weg der Internethandel in den nächsten Jahren einschlagen wird.

Für Unternehmen verfügt das Shopping-Angebot im Web aus jetziger Sicht über einen wesentlichen und nicht zu unterschätzenden Vorteil: Rein ökonomisch betrachtet, scheint die Sensibilität und Anfälligkeit für Auswirkungen durch wirtschaftliche Schockzustände beim Onlinehandel weniger hoch zu sein als im Einzelhandel. Kaum ein Aspekt wird dieser Tages als bedeutender eingestuft. Doch genau hierin liegt gleichermaßen der negative Gesichtspunkt: Das Web reagiert eben auch in besonders guten Zeiten nur langsam und relativ eingeschränkt auf kurzfristige Strömungen und Tendenzen.

Einig sind sich die Beobachter des Online-Marktes in dem Punkt, dass der virtuelle Verkaufsraum in den kommenden Jahren weiter an Format und Größe gewinnen wird. Die lange Zeit regelrecht utopisch hohen Ziele für den Sektor müssen allerdings zu den Akten gelegt werden. Mit einer Ablösung des klassischen Einzelhandels als Spitzenreiter durch den elektronischen Markt ist einstweilen nicht zu rechnen.

Welche drei wesentlichen Gründe es für die Richtigkeit dieser These gibt, kann wie folgt erläutert werden:
  1. Selbst die Internetnutzer, die extrem viel Zeit online verbringen, sehen nach wie vor im herkömmlichen Einzelhandel die wichtigste Quelle für den Einkauf. Für 52 Prozent der US-Onlinekonsumenten ist das Web beim Online-Shopping nur auf Platz 2. Den Ausschlag für diese Einstellung gibt einerseits der Wunsch, Waren vor dem Kauf sehen und anfassen zu können. Hinzu kommt für die Konsumenten die einfachere Handhabung im Falle von Garantie- und Rückgabevorgängen. Die Gruppe, die nach eigener Aussage den Online-Handel aus Bequemlichkeitsgründen grundsätzlich vorzieht, macht nur knapp 22 Prozent aus.
  2. Hinter diesem zweiten Aspekt verbirgt sich die bereits erwähnte Position der Online-Shops als Saison-Lösung für die Konsumenten. Vor allem in den kalten Monaten des Jahres nutzen die Verbraucher gerne die Kaufgelegenheiten im Web, um bequem und vom Wetter unbeeinträchtigt shoppen zu können. Das beweisen die Umsatzzahlen der Online-Shops: Das letzte Jahresquartal erzielte dank Weihnachtsgeschäft ein Wachstum, das inzwischen doppelt so hoch ausfällt wie in normalen Quartalen. Die Anbieter müssen auf diese Marktentwicklungen reagieren, indem sie die Produktpaletten entsprechend ausweiten, die Auswahl entsprechend der Kunden-Nachfrage korrigieren und sich sowohl aus personeller wie finanzieller Hinsicht auf die Anforderungen einstellen. Hinzu kommt, dass die potentiellen Kunden gerade zum besinnlichen Jahresende hin als "König Kunde" behandelt werden möchten.
  3. Onlinekunden wissen meist genau, was sie suchen.
Auch wenn es mancher Betreiber erst allmählich einsehen mag, die Konsumenten im Web wissen sehr genau, wonach sie suchen. Dafür sprechen Studienergebnisse, die besagen: 44 Prozent der Nutzer suchen vor einem erwünschten Kauf gezielt nur einen einzigen Online-Shop auf. Wer etwas sucht, hat klare Vorstellungen davon, wo es das begehrte Produkt zu finden gibt.

Auch auf diese Erkenntnis gilt es sich als Anbieter einzurichten. Gerade der Wohlfühl-Faktor sollte von den Betreibern eines Online-Shops Betreibern als Mittel der Kundenbindung nicht unterschätzt werden. Darüber hinaus müssen die Anbieter in jedem Fall die Entwicklungen nach der Krise der weltweiten Wirtschaftsmärkte im Blick behalten.

Orientieren können sich Anbieter auf der Suche nach Anregungen an den Online-Formaten wie Buy.com, Zappos.com oder – wie könnte es anders sein – Amazon. Der bereits erwähnten Forrester-Studie zufolge fühlen sich die Internetnutzer auf diesen Seiten beim Online-Shopping pudel wohl und optimal beraten. In einigen Fällen sehen die befragten Online-Shopper ihre Erwartungen bezüglich der Produktbeschreibungen und der angebotenen Foto-Präsentation sogar als deutlich übertroffen an.

Um als Online-Shop im Web erfolgreich zu sein, gilt es, den Saison bedingten Unterschieden entgegenzutreten. Nicht die Kunden müssen ihr Einkaufsverhalten ändern. Die Anbieter müssen ihre Geschäftsmodelle für die schlechten Phasen des Geschäftsjahres überdenken und gegebenenfalls neue Wege einschlagen. Die Lösung kann beispielsweise die Reduzierung der Warenvielfalt und eine Nachbesserung bei hohen Lieferkosten sein. Ist dieser Schritt mit Bravur umgesetzt, können im Weihnachtsgeschäft mit den vorhandenen finanziellen Mitteln offensiv Konsumlaunen beim Kunden ausgelöst werden.

Oberstes Gebot für die Online-Shops ist also einmal mehr: Ohne Flexibilität läuft gar nichts im Web, egal ob (Web)2.0, (Web)3.0 oder noch höer!
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Liebe Grüße. Eren.
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Alt 29.09.2009, 00:12   #2
Mccann
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Registriert seit: 27.09.2009
Beiträge: 7
ich denke gerade wenn ein webshop hohe lieferkosten hat, ist es schwierig am markt zu bleiben.
es stimmt auch schon das die meisten kunde das produkt anschauen und anfassen wollen, ein steigender anteil der produkte ist den kunden allerdings schon bekannt. dieser fakt macht es dem webshop sehr leicht sein produkt abzusetzen wenn der preis stimmt, bzw. der preis niedriger ist als im einzelhandel.

zusätzlich muss man sagen, der umsatzeinbruch im einzelhandel wird in nächster zeit auch ganz immens sein. wirklich valide wäre ein abschwung im umsatz von online shops erst nach 5 jahren, nat. im vergleich mit der einzelhandelswirtschaft. wenn die wirtschaft an sich schwächelt ist auch ein niedrigeres wachstum bei online shops erklärbar.
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Alt 21.10.2009, 12:28   #3
listok
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Benutzerbild von listok
 
Registriert seit: 21.10.2009
Beiträge: 1
ich kann mir mein Leben ohne online Shopping nicht mehr vorstellen.
Nur, vorausgesetzt, wir haben mehr Auswahl in realen Läden.
listok ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.10.2009, 16:19   #4
Mccann
User
 
Registriert seit: 27.09.2009
Beiträge: 7
ich würde weiterhin behaupten das online shopping weiter wachsen wird.
Mccann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.12.2009, 11:09   #5
Interessierter Beobachter
User
 
Registriert seit: 31.12.2009
Beiträge: 4
Zitat:
Zitat von Mccann Beitrag anzeigen
ich würde weiterhin behaupten das online shopping weiter wachsen wird.
Da stimme ich dir auch zu, jedoch denke ich ist mit einem starken Abflachen der Wachstumskurve zu rechnen. Das online affine Klientel hat sich gefunden, jetzt folgt eine langsamere Erweiterung an der Peripherie der potentiellen Kundenkreise.
Interessierter Beobachter ist offline   Mit Zitat antworten
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