Worauf es bei Mobile-Anzeigen wirklich ankommt

Die Situation ist bekannt: Ein Smartphone-Nutzer hat einen interessanten Artikel im Netz gefunden und will gerade anfangen, ihn zu lesen, da baut sich auch schon eine große Werbeanzeige auf dem Screen auf, die den Text verdeckt. Der Klick aufs Kreuzchen in der Ecke misslingt und so wird der Nutzer stattdessen auf die Seite des Werbenden geführt und über Produkte informiert, die ihn nicht interessieren. Ärgerlich. Und auch für den Werbetreibenden nicht wirklich sinnvoll, denn die Bereitschaft, sich mit dem Produkt oder der Dienstleistung des Werbenden zu beschäftigen, bleibt in solchen Situationen im Allgemeinen gering. Doch wie sollen „Mobile Ads“ denn aussehen? Was wünscht sich der Nutzer? Das Internet Advertising Bureau UK hat Differentology beauftragt, eine Studie zu diesen Fragen durchzuführen. Über die Ergebnisse berichtet u. a. The Drum.

Lässt sich die Anzeige überspringen?

Wenn sich eine mobile Werbeanzeige überspringen oder einfach abbrechen lässt, kommt das bei Nutzern gut an. 58 Prozent der 1012 in der Studie befragten Mobile-User können Werbeanzeigen akzeptieren, wenn sie diese Möglichkeit bieten. 52 Prozent wünschten sich zudem, dass die Anzeige nicht aufdringlich sein soll, ebenfalls 52 Prozent erwarten von einer Anzeige, dass sie nicht die Ladegeschwindigkeit der Seite beeinträchtigt.

Es scheint offensichtlich, was für Nutzer am wichtigsten ist: Sie möchten nicht durch Werbeanzeigen beim Konsumieren der Inhalte gestört werden. So weit, so gut. Wie sieht es aber mit Anzeigen aus, die über Produkte informieren, die sie interessieren könnten?

Hier kommt es zu einem überraschenden Ergebnis. Gerade mal 35 Prozent erklärten, sie würden Mobile Ads eher akzeptieren, wenn die Inhalte für sie relevant wären. Und auch nur 40 Prozent sagten, die Anzeige solle doch bitte schnell und präzise deutlich machen, welches Produkt beziehungsweise welche Dienstleistung beworben wird.

AdBlocker nutzen nur wenige

Die Möglichkeit, mit AdBlockern den Mobile-Anzeigen frühzeitig den Garaus zu machen, nutzen nur wenige. Gerade mal zehn Prozent gaben an, dass sie auf ihrem Mobile-Gerät einen AdBlocker verwenden. Rund 80 Prozent erklärten stattdessen, dass sie die Tatsache akzeptieren würden, dass Werbeanzeigen eine wichtige Basis seien, damit Inhalte im Internet kostenlos bleiben.

Was nervt richtig?

Für 78 Prozent der Befragten sind Mobile-Anzeigen, die den kompletten Screen blockieren, am nervigsten. Das ist verständlich: Wohl kaum ein Nutzer möchte zunächst von einer riesigen Werbeanzeige abgelenkt werden, wenn er doch eigentlich Inhalte konsumieren will.

Welche Schlüsse lassen sich ziehen?

Auch wenn die Studie in Großbritannien durchgeführt wurde, sollten deutsche Werbetreibende die Ergebnisse bei ihren Planungen ebenfalls berücksichtigen. Wichtig ist und bleibt, dass der Umgang mit Mobile-Werbeanzeigen für den Nutzer so einfach wie möglich ist. Sie soll enschnell abzubrechen sein und die Ladegeschwindigkeit der Seite nicht beeinträchtigen. Klare und präzise Aussagen sollten bei den Anzeigen eher im Vordergrund stehen als Werbebotschaften, die erst lange „um den heißen Brei herumreden“. Wer dies berücksichtigt und gleichzeitig dafür sorgt, dass seine Anzeigen den Nutzer ansprechen, macht schon viel richtig.